Ticketpark - Die Ticketbörse der Schweiz

Archiv der 'Review' Kategorie

Wie ist es eigentlich… an einem Hansi Hinterseer Konzert?

Donnerstag, März 18th, 2010

Hansi Hinterseer in Aktion! (Foto: www.hansi-hinterseer.at)Gerade mit drei Konzerten beglückte uns der blonde Ex-Skistar aus Österreich. Schliesslich hat er auch erst kürzlich sein 25. Album veröffentlicht. Natürlich wollte ich mir das nicht entgehen lassen, spielt er doch sogar im Hallenstadion…

Angereist wird nicht, wie ich angenommen habe, gruppenweise im Car sondern vor allem mit Privatwagen und öffentlichem Verkehr – womit ich mein erstes Klischee schon wegstecken musste. Es herrscht ein reger Anlauf an Personen, von einem Ansturm kann man aber nicht sprechen. Man ist umgeben von mittdreissiger Frauen im Dirndl, Hansi Doubles, Fuchsschwanz-Taschen-Accessoires, “I Love Hansi”-Buttons, und natürlich die Alters- und Zielgruppe der Föhnfrisur Ü45.
Betritt man dann die Halle schreitet man in ein gestuhltes, volkstümliches Paradies. Links und rechts neben der Bühne wird man auf einer Leinwand mit einem herzlichen “Griass aich” willkommen geheissen.

Pünktlich um 20.00 Uhr beginnt das Konzert mit einer Fotopräsentation auf den beiden Leindwänden die von sehr herzergreifender Musik begleitet wird. Verschiedenste Hansi Fotos werden uns gezeigt. Hansi privat, Hansi beim Ski fahren, Hansi beim Singen, Hansi in den Bergen… Dann plötzlich hebt sich langsam der rotseidene Bühnenvorhang, Nebelsschwaden wallen uns entgegen und da ist er: der fesche Hansi und saine Tiroler Echo Band. Was für a Gaudi!

Im weissen Hemd, brustweit geöffnet, mit schwarzen Lederhosen, seiner blonden, leicht fallenden Haarpracht, verzaubert er uns gleich mit seinem ersten Stück “…fühlst du wie ich diese Sehnsucht…”. Und wahrlich, bei diesem Anblick hat man fast das Gefühl, diese zu verspüren. Die Fans in der ersten Reihe erheben sich und schwingen ihre Hansi-Fahnen. Es wird mitgewippt und mitgesungen.

“Schön das da säits. I wünsch äi a lustig, beschwingt, romantische Abe” war auch schon alles was ich von seiner Begrüssung verstand. Hansi winkt seinen Fans zu und wahrt dabei stets sein perfektes Sunnyboy-David-Hasselhoff-Lächeln. Immer wieder beglückt er seine Fans in Liederpausen mit Liebestipps und kleinen, schmutzigen, wahnsinnig amüsanten Witzeinlagen. Wirken sie jedoch sehr gestellt und ins Programm eingebaut, himmeln ihn die Leute trotzdem an. Ja, man gibt sich ihm hin, er weist den Weg, schenkt Glaube, Hoffnung und Liebe.

Miteinander! betont er immer wieder. Miteinander. Jung und Alt zusammen. Wobei man doch wohl eher von Alt sprechen kann. Aber es herrscht Harmonie. Man fühlt sich wohl in diesem Klima der Nächstenliebe. Und die verstärkt sich noch mehr als er auf einmal, von einem Bodyguard begleitet die Bühne verlässt und sich in das Publikum begibt. Aufgeregt steht die Menge auf, rennt ihm zu, übergibt ihm Geschenke oder schüttelt einfach nur die Hand. Er schwebt durch die ganze Halle, lässt keinen Gang aus, winkt allen zu, wie die englische Queen. So volksnah.

“Männer aus den Bergen haben alle Frauen gern”, da lerne ich es doch wieder zu schätzen, dass ich auch damit gesegnet bin, in den Bergen zu wohnen. Und er stimmt mich tatsächlich nachdenklich. Sollte ich mich wohl wieder ein bisschen mehr auf dem Land nach Männern umsehen? Zwischen seinen von Liebe und Sehnsucht gefüllten Lieder mit den klassisch romantischen Reimen, ein bisschen gewürzt mit Patriotismus, stürmen nun vermehrt Zuschauer an die Bühne und füllen ihm diese mit Rosen, Honig, Schokolade, Teddys, Wein und Liebesbriefen. Hansis Bühnenfreiheit wird vermehrt eingeschränkt.

Nach einer Stunde Konzert verwandelt sich das Hallenstadion in eine Festhalle. Wie von Hansi aufgefordert erhebet sich die Zuschauermenge und beginnt in den Gängen zu tanzen. Und wer körperlichen Gebrechen wegen nicht mittanzen kann wippt ganz heftig auf seinem Stuhl. Ein Fest!

Nach 1,5h Hansi muss ich mich aus reisetechnischen Gründen frühzeitig vom Konzert verabschieden. Wobei ich mich bei der Security mit einem ungläubigen “Gehen Sie schon?” konfrontiert sehe. Aber naja, wie heisst es so schön? Man soll gehen wenn es am schönsten ist. Danke Hansi!

Fazit: Der Anlass ist bestens geeignet für Menschen die wieder einen Glauben ans Leben, die Liebe, die Berge und vor allem eine heile Welt brauchen. Zählt definitiv als Gruppentherapie. Und als schönen Nebeneffekt hat der Hansi auch immer ein Liebestipp bereit.

Übrigens, man beachte doch bitte auch Hansi Hinterseers Wikipedia-Eintrag. Kann man doch entnehmen dass er 1.78m gross ist und 72 kg wiegt! Ich bin überzeugt, dass das monatlich angepasst wird.

von Anna Bähni, Foto: hansi-hinterseer.at
In Zusammenarbeit mit StudiSurf, mit einem Klick durchs Studium.

David Guetta – oder wenn House meets R ’n B

Mittwoch, September 30th, 2009

guettaEr gehört zu den besten seines Fachs und landet einen Top-Hit nach dem anderen. Seine Hits wie «When Love Takes Over» oder «I Gotta Feeling» werden auf Radiostationen und in Clubs weltweit rauf und runter gespielt. David Guetta hat es geschafft.

Er ist der angesagteste DJ der letzten Jahre und auf seinem aktuellen Album «One Love» geben sich Weltstars wie Kelly Rowland (ehemals Destiny’s Child), Chris Willis, Will.i.am und Akon die Klinke in die Hand. David Guetta! Der 42-jährige Top DJ legte am 28. September in der Alten Börse in Zürich auf. Und er kam nicht alleine…

Staraufgebot in Zürich
Während 20 Minuten – gerade genug Zeit für seine Top-Hits und einen neuen Track – begeisterte Guetta anlässlich des Showcases (präsentiert von 20 Minuten, Sunrise und EMI) seine Fans. Und als wäre das noch nicht genug, brachte der französische Superstar noch Kelly Rowland, Gründungsmitglied der Girl-Formation Destiny’s Child, und Chris Willis nach Zürich mit. Mit den beiden guetta_4_kleinverbindet den Star DJ nach eigener Aussage eine gute Freundschaft. Kein Wunder, haben sie doch mehrere Songs fürs neue Guetta-Album eingesungen. Chris Willis wurde sogar erst durch den Guetta-Hit «Just A Little More Love» bekannt. Man kann sogar fast sagen, dass Chris Willis nur dann Top-Hits landete, wenn David Guetta seine Finger mit im Spiel hatte.

Ganz anders bei Kelly Rowland: Die erfolgreiche Sängerin (Solohits u.A. «Dilemma», «Like This»), die am Montag-Abend im kurzen Glitter-Kleid erschien, sprach Guetta nach einem Auftritt an und wollte unbedingt die Lead-Stimme bei einem seiner Songs übernehmen. Entstanden ist unter anderem die aktuelle Nummer 4 der Schweizer Hitparade «When Love Takes Over», die am Showcase natürlich ebenfalls nicht fehlen durfte.

Auch wenn man vom DJ-Handwerk bei einem solchen Auftritt nicht mehr sehr viel sieht – die Tracks wurden natürlich nicht live gemixt, sondern ab Platte gespielt – gehört David Guetta unbestritten zu den besten seines Fachs. Seine Beats gehen in die Beine und die Melodien bleiben in jedem Ohr hängen. Von seinen DJ Fähigkeiten konnten sich die Fans nach dem kurzen Showcase gleich selber überzeugen: In einem 3-stündigen DJ-Set gab er nochmals alles. Es verwundert nach diesem Auftritt nicht, dass David Guetta der wohl erfolgreichste DJ des Jahrzehnts ist!
(Bericht von Stephanie Hug von Studisurf)

Aktuelle Musik von Sunrise Avenue:
Album «One Love»

Website:
www.davidguetta.com

Energy Live Session: Sunrise Avenue im Zürcher Kaufleuten am 4. Juni 2009

Samstag, Juni 6th, 2009

Rund 1000 geladene Gäste pilgerten vergangenen Mittwoch ins Zürcher Kaufleuten. Wer sich auf einen Softie-Abend mit der finnischen Pop/Rock-Band Sunrise Avenue (aktuelles Album „PopGasm“) gefreut hatte, wurde schon beim ersten Song von harten Gitarren-Riffs vollkommen weggeblasen.

Mit einer – für Musikerverhältnisse – kleinen Verspätung von 20 Minuten betraten die fünf Skandinavier die Bühne (wir zählen das noch nicht offizielle Mitglied Osmo Ikonen, Keyboards, mal grosszügig mit dazu) und legten gleich richtig los. Während rund einer Stunde reihten sich Rock-Songs an Balladen, aktuelle an alte Titel – von Pop war dabei aber kaum etwas zu hören. Im Gegenteil: Gitarren dominieren die Songs der Finnen, was live natürlich noch viel besser zur Geltung kommt. Sunrise Avenue ist definitiv eine Band, die man on Stage erlebt haben MUSS, um zu verstehen, dass sie keine Softies, sondern richtig hervorragende Musiker sind. Immer wieder überraschten die Jungs das Publikum: Eine spontane Beatbox-Einlage von Keyboarder Osmo begeisterte ebenso wie das Gitarrensolo von Riku. 

Toll war auch die charismatische Stimme von Leadsänger Samu. Sogar dem letztjährigen Hit „Fairy Tale Gone Bad“, er hängt mir persönlich schon fast ein bisschen zum Hals raus, verlieh er eine so spezielle Note, dass ich sogar das Mitsingen vergass. 

Spannend war auch der Blick ins Publikum. Da es für dieses Konzert keine Tickets zu kaufen, sondern nur zu gewinnen, gab (das Showcase wurde von NRJ Zürich, zusammen mit Orange und Emi Music organisiert), waren die Zuschauer entsprechend gemischt und gespickt mit Leuten, welche wohl nie für ein Ticket bezahlt hätten. Teenies, welche Leadsänger Samu mit Briefen beschenkten, waren ebenso da, wie ältere Damen, die in den fünf Finnen wahrscheinlich potentielle Schwiegersöhne sahen (wohl auch nur bis zu dem Zeitpunkt als sie das Publikum aufforderten, sich nackig zu machen –die beiden Frauen vor mir machten sich jedenfalls schleunigst aus dem Staub) und männliche Begleiter des hauptsächlich weiblichen Publikums, deren anfänglich verhaltene Begeisterung sich bald in Enthusiasmus verwandelte. 

Fazit eines neuen, begeisterten Sunrise Avenue Fans: Eine hervorragende Live-Band deren musikalische Vielfalt man auch stundenlang geniessen könnte. Schade war nach rund 60 Minuten schon wieder Schluss, so kurz vor dem Höhepunkt – dem Popgasm.
(Bericht von Stephanie Hug von Studimedia

Aktuelle Musik von Sunrise Avenue:
Single «The Whole Story»
Album „«PopGasm» 

Website:
www.sunriseavenue.de

The Kooks im Volkshaus

Dienstag, November 7th, 2006

Endlich hab ichs auch wieder mal an ein Konzert geschafft: The Kooks standen auf dem Programm.

Das heisst, zuerst waren The Mondrians, eine Rock’n'Roll-Band aus der Westschweiz, an der Reihe und gaben ziemlich Gas. Viel Spielfreude und Spass war auf jeden Fall dabei und die Jungs vermochten ziemlich Applaus einzuheimsen.

img_5025.jpgimg_5031.jpg

Dann, nach 22 Uhr, kamen endlich The Kooks, ihres Zeichens frisch gebackene Gewinner des MTV Europe Music Awards als Best Band UK&Ireland.

Das Publikum feierte den Konzertbeginn frenetisch. Apropos Publikum: Es waren erstaunlich viele Teenies anwesend, welche kräftig mitsingen konnten. Und sehr bald stellte sich heraus, dass es ziemlich naiv gewesen war, sich mit 26 Lenzen auf dem Buckel in den vordersten Reihen zu platzieren. Ab dem zweiten Song ging ganz schön die Post ab, inkl. misslungenen Crowd-Surfing-Versuchen, so dass ich mich als Konzert-Opa etwas weiter hinten positionierte.

Die Jungs verschossen sehr rasch viel Pulver und man begann sich unweigerlich zu fragen, wie sie es schaffen wollen, Material für mehr als eine halbe Stunde Konzert bereit zu haben. Die Antwort: ein Coversong, ein neuer(?) Song und ein relativ langer Unterbruch vor der Zugabe. So schaffte man immerhin etwa 50 Minuten, dann war aber Schluss.

Fazit: The Kooks haben zurecht weltweit Erfolg, denn ihre Songs sind toll. Live machen sie einen soliden Eindruck, vielleicht schon etwas zu routiniert für ihr junges Alter. Aber, auch wenn der Gig um Längen besser war als derjenige der Vines 2004 in der Roten Fabrik werde ich es mir das nächste Mal gut überlegen, ob es sich lohnt, für eine Band, die nur eine CD auf dem Markt hat von Bern nach Zürich zu fahren. Denn ein Konzert, das weniger als eine Stunde dauert ist halt doch etwas wenig fürs Geld.

Hier ein Video vom Gig (und noch ein zweites) und noch ein paar Fotos.

img_5035.jpgimg_5058.jpgimg_5061.jpg